Stefan Oleynik    Online-Redakteur

Mit Volldampf ins neue Jahr 2022

Da haben wir es wieder einmal geschafft – 2021 ist Geschichte und ad acta gelegt. Zeit, es noch einmal kurz Revue passieren zu lassen.

Aber ehrlich, was war eigentlich? Ich meine, wenn wir mal das echt dröge Dauerthema CORONA außen vor lassen würden?! Wenn man es genau nimmt, kann man nichts ausklammern, weglassen oder gar ignorieren, denn alles passt zusammen, wie ein Schweizer Uhrwerk. COVID bestimmt mittlerweile unser Leben in seinem Ablauf. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, passt sich den Umständen an, ob man will, oder eben nicht.

Als 2021 begann, mussten wir uns erneut darin üben, vieles zu entbehren. Der völlig normale Gang in Geschäfte blieb uns wieder weitestgehend verwehrt, wie auch Lebensqualität extrem gelitten hat und ja, noch immer leidet. Unsere Kinder mussten lange von zuhause aus lernen. HOMESCHOOLING… Eine Handvoll Mädchen und Jungen hatte dann aber doch dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Erzieher und Lehrer die Möglichkeit, in Notbetreuung im Hort und in der Schule zu lernen, wenn auch „nur auf Sparflamme“.

Teilungsunterricht und die spätere Öffnung für alle Kinder brachten irgendwann dann doch wieder einen Hauch von Normalität in unsere Pulvermühle.

Das wars aber auch schon.

Der wahre Aufreger sorgt jedoch beinahe jeden Tag vor dem Unterricht für extrem hohen Puls: Ich meine das Ankommen der Mädchen und Jungen in der Schule. Ein dauerhaft verstopfter Grützmacher Weg zwischen halb Acht und Acht, voll von „wild auf der Straße“ parkenden Autos, sorgt hier nicht selten für Rückstaus bis zum Goldbeckweg und lässt mich echt staunen! Kinder reißen mitten auf der Straße die Türen auf und laufen blind über die Fahrbahn, ohne wirklich auf den entgegen kommenden Verkehr zu achten! Was ist das für ein lebensgefährliches Spiel, auf das sich da einige Eltern einlassen? Wie sehr muss man wohl in Eile sein? Doch, wenn etwas Schlimmes passiert, ist das Geschrei groß…

Ich hätte da eine Idee – kommt, lasst uns doch einen „Drive in area“ bauen. So können wir unsere Kleinen wohl behütet bis vor die Schulhaustür fahren. Ganz nebenbei ziehen wir uns im Tiefflug an der eigens bereitgestellten Kaffeebar noch rasch einen COFFEE TO GO…    Bevor jetzt irgend jemand denkt, ich würde spinnen – na klar, DAS WAR NUR SATIRE.

Aber jetzt mal ganz ehrlich und Spaß beiseite: Wie haben wir es denn damals bloß geschafft, so ganz allein, vielleicht mit einem Kumpel oder einer Freundin die Schule pünktlich zu erreichen? Ich erinnere mich noch, dass ich das immer sehr gut allein gewuppt habe. Die Schule, welche ich besuchte, war nicht, wie hier, „gleich um die Ecke“. Sie war für mich zu Fuß (20 Minuten), mit dem Fahrrad (8 Minuten) oder, wenn das Wetter mal nicht mitspielte, mit dem Bus erreichbar. Meine Eltern waren berufstätig und erfreuten sich sehr an meiner, von ihnen frühzeitig beigebrachten Selbständigkeit. Passiert ist übrigens nie etwas!

Liebe Eltern, nehmt euch doch am Morgen ein wenig mehr Zeit. Bringt eure liebsten ohne Hast zu Fuß in die Schule und kommt so zeitig, dass es vielleicht noch für ein Gespräch zwischen Tür und Angel mit anderen Mamas oder Papas reicht. So was ist sehr erfrischend. Oder macht doch mal was ganz Verrücktes: Lasst eure Kids allein zur Schule kommen. Die können das! Ja – die meisten wollen das sogar!

Ich freue mich sehr auf 2022, auf eine tolle Zeit mit weniger CORONA, vielleicht auf ein Schul- oder Hortfest und auf nette Begegnungen.

Life goes on… Bleibt weiter neugierig!

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Das ist super geschrieben!!! Ich bin auch sehr wütend über die tägliche Situation beim bringen! Die Kinder können ja nicht einmal die Straße überqueren, weil einige Autos alles zu parken u in 2 Reihe stehen. Jeden Morgen ärgert man sich und macht sich Sorgen um die Kinder, die alleine laufen. Danke Stefan für die gut gelungenen Worte.

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