Da waren die Theaterkinder um Erzieherin Sviatlana ganz aufgeregt: Zum Weihnachtsbasar gab es die große Premiere des berühmten Märchen “Die Schneekönigin” von Dänemarks großem Sohn Hans Christian Andersen. Zwei Mal war das Horttheater an diesem Tag bis auf den allerletzten Platz ausverkauft und nur wenige Tage später bekamen alle Hortkinder noch einmal eine Sondervorstellung. Aber – kennt ihr die Geschichte, in der es um wahre Freundschaft geht? 

Die Schneekönigin

Es war einmal ein Spiegel aus Eis, der alles Schöne hässlich aussehen ließ und das Schlechte schön machte. Dieser Spiegel zerbrach und zersprang dabei in tausend kleine Stücke. Trafen diese Stücke ein Herz wurde es kalt wie Eis, trafen sie Augen, sahen sie alles nur noch hässlich und böse. Den Waisenjungen Kay treffen zwei Splitter in Herz und Auge als er im Sommer mit seiner Freundin Gerda draußen spielt. Er verspottet Gerda und treibt sich von nun an mit den bösen Jungs herum.

Im Winter fährt eines Tages die Kutsche der schönen Schneekönigin durch das Dorf in dem Kay lebt. Aus Spaß hängt er sich hinten an. Doch plötzlich zieht ihn die Königin in die Kutsche. Er verfällt ihrer kalten Schönheit und beschließt von nun an mit ihr in ihrem Palast zu leben.

Der Frühling kommt und weil Kay noch immer nicht zurück ist, macht sich Gerda auf die Suche nach ihm. Auf ihrem Weg landet sie bei einer Fee, die sehr einsam ist. Sie lässt Gerda ihre Sorge um Kay vergessen. Von da an lebt Gerda mit der einsamen Fee in ihrem Haus zwischen Sonnenblumen. Erst im Herbst erinnert sich Gerda wieder an ihren Freund Kay.

Gerda beschließt, sich erneut auf die Suche nach Kay zu machen. Auf ihrem Weg kommt sie an einem Schloss vorbei. Dort lebt ein Prinz und eine Prinzessin. Sie schenken Gerda für ihre Weiterreise warme Kleider und eine Kutsche. Ihre feine Garderobe bemerken leider Banditen, die sie in einem Wald überfallen.Eines der Banditenmädchen findet Gefallen an Gerda und nimmt sie bei sich auf. Die Mädchen freunden sich an und schließlich lassen die Banditen Gerda weiterziehen und geben ihr sogar ein Rentier mit.

Als sie schließlich das Schloss der Schneekönigin erreicht, findet sie Kay fast erfroren vor. Er kann die Kälte nicht spüren und so spielt die Schneekönigin ihr grausames Spiel mit ihm. Sie versprach, dass er gehen könnte, sobald er aus Eissplittern das Wort „Ewigkeit“ gelegt hätte. Wegen des Splitters in seinen Augen kann er aber nicht richtig sehen und legt immer wieder seltsame Muster aus Eis. Als Gerda ihren Freund so sieht, hat sie Mitleid und weint um Kay. Ihre Tränen lassen sein gefrorenes Herz schmelzen und spülen die Splitter aus seinem Auge heraus. Endlich kann er das Wort Ewigkeit legen und folgt Gerda zurück nach Hause. Als die beiden im Dorf ankommen, sind sie bereits erwachsen.